Frostpunk Review mit Baertendo – Auf in eine bessere Welt?

Frostpunk ist am 24. April erschienen und bezeichnet sich selbst als das erste Society-Survival-Spiel. Unser Partner Baertendo hat sich das Spiel nun schon einige Male im Stream angeschaut und uns eine Review geschrieben. Darin erzählt er euch über seine Eindrücke vom Spiel und gibt einen Ausblick, ob sich das Spiel auf längere Zeit lohnt.


Ein letztes Mal jault der Generator auf, bevor er endgültig seinen Dienst aufgibt. Wir haben keine Kohle mehr und es sind Minus 40 Grad. Nicht mehr lang und die ersten Leute werden erfrieren. Was jetzt?
Dies ist ein typisches Szenario in Frostpunk. Die neue Aufbausimulation aus dem Hause 11 Bit Studios lässt euch in einer neuen Eiszeit ums nackte Überleben kämpfen. Wie gut ist das Spiel wirklich?

Auf in eine bessere Welt?

Die Story von Frostpunk ist rasch erzählt: Nachdem eine neue Eiszeit über die Welt herein bricht, verlassen wir unsere Heimat London zusammen mit anderen mutigen Pilgern auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Im Gepäck haben wir zwei Sachen: Hoffnung und einen gewaltigen Dampfgenerator.

Bereits nach den ersten Momenten erkennt man den Einschlag der Macher von This War of mine. Die Erzählung ist recht düster gehalten, der Artstyle ist passend und trägt gemeinsam mit der Soundkulisse zu einer wirklich interessanten Atmosphäre bei, auf die ich später noch genauer eingehen will.

Eine Stadt im Schnee

Von Anfang an macht uns Frostpunk klar: Es geht ums Überleben! Wir beginnen mit unserem Generator und Menschen, die sich auf der Suche nach Wärme und Schutz darum versammelt haben. Minus 30 Grad sagt die Anzeige und trotzdem: Wir müssen diese Menschen in die Kälte schicken um Ressourcen zu sammeln, sonst werden sie sterben. Während also die ersten Siedler durch den Schnee stapfen um Kohle zu sammeln, bauen wir nahe des Generators die ersten Zelte als Unterkünfte, somit sind die Leute wenigstens nicht mehr obdachlos. Aber bald wird es kälter, wird die Leistung des Generators dann noch ausreichen?

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Frostpunk hat viele Mechaniken. Sei es das Wetter, die sozialen Bedürfnisse oder das Ressourcenmanagment. Alles wirkt gut durchdacht und immer wieder stelle ich fest wie die einzelnen Gameplay-Mechaniken wie Zahnräder ineinander greifen. Für uns heißt das aber auch: Es gibt viel zu lernen und zu beachten. Frostpunk wirft uns nicht völlig ins kalte Wasser, es gibt uns ein kleines Lexikon an die Hand und ein sehr seichtes Tutorial. Nicht optimal, aber Frostpunk ist auch nichts für zarte Gemüter.

Fortschritt! Aber um welchen Preis?

Unsere Siedlung beginnt zu wachsen, aber bald offenbart Frostpunk seinen eigentlichen wahren Spielkern: Entscheidungen. Das Spiel will sie von uns, egal ob wir wollen oder nicht und wie im echten Leben hat am Ende alles eine Konsequenz. Wo es am Anfang darum geht einfach mehr Zelte zu bauen, wird das schnell zu einem Drahtseilakt.

Mischen wir dem Essen Sägespäne bei, damit es länger satt macht? So würden die Rationen länger reichen, aber die Wahrscheinlichkeit von Krankheit wird dann höher. Wir sind nicht nur einfach Bauherr, wir sind die Anführer dieser Siedlung mit allem was dazu gehört. 11 Bit will, dass wir Entscheidungen treffen, schwierige Entscheidungen. Mein letzter Spieltag endete zum Beispiel damit, dass ich in meiner Siedlung ein Gesetz zur Kinderarbeit verabschiedet habe.

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Frostpunk wird manchmal hektisch, vor allem wenn es einen Moment lang nicht so läuft wie es soll. Es ist keine Aufbausimulation, bei der man sich locker hinsetzt und ein paar Häuser aneinander reiht, hier ist man mitten drin.

Warum man sich bei Frostpunk schlecht fühlen darf

Frostpunk hat etwas, das bei vielen Aufbausimulationen oft fehlt: Atmosphäre. Wie bereits erwähnt, gibt das Spiel einem von Anfang an das Gefühl, dass es hier um das Überleben geht. Es wird nichts beschönigt, es ist wie in This War of Mine – es ist dreckig, direkt und absolut ehrlich.

Frostpunk vermittelt euch ein Gefühl von Verantwortung in einer schier aussichtslosen Situation. Das Spiel zeigt euch und lässt euch spüren, wie es ist das Kommando zu haben und wie es sich anfühlt über das Schicksal vieler zu entscheiden. Frostpunk WILL euch die ganze harte Wahrheit zeigen, was es bedeutet ein Anführer zu sein.

Und das schafft das Spiel wunderbar. Die Soundkulisse untermalt das Szenario perfekt, ebenso wie die liebevollen, aber düsteren Zeichnungen, die ihr immer wieder zu Gesicht bekommen werdet. Aber es geht auch subtiler: Jeder Bewohner eurer Stadt hat einen Namen und einen Familienstand mit Verwandten. So weiß man genau, wen man am Ende zu Tode geschunden hat. Frostpunk beschönigt nichts und es wird Momente geben, in denen ihr euch schlecht fühlen werdet, weil eine Entscheidung getroffen werde musste, die für Siedlung gut ist, aber eure persönliche Einstellung in Frage stellt.

Fazit

Frostpunk ist ein großartiges Spiel. Es ist erstaunlich wie 11 Bits es versteht mit der ungeschönten Wahrheit zu spielen und diese zu verpacken. Der Einstieg mag etwas schwer sein, aber wenn sich erstmal zurecht gefunden hat, kann man in Frostpunk regelrecht versinken und wirklich viel Spaß dabei haben. Wenn man dabei auch noch aufgeschlossen ist, wird das Ganze zu Erfahrung.

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